Ortsfamilienbücher (Genealogie Archiv Linderwerra, Asbach, Sickenberg, Wahlhausen)
Die Wahlhäuser Chronik bis 1945 Die überlieferte Urkunde von 1243 nennt einen Hartungus von Waldesa in einer protokollierten Schenkungsangelegenheit an das Kloster Germerode. Aus der Aufzeichnung des Klosters Fulda geht hervor, daß es seine Besitzungen um 800 n.C. bis an die Werra in unsere Gegend ausdehnte, Wahlhausen eingeschlossen. Die Schutzgerechtigkeiten dieser weit entfernten Güter übertrug Fulda an die Grafen Everstein, welche damit eine in Allendorf wohnende Pfännerfamilie - v o n W a l d e s a - belehnten. Im Jahre 1264 kam der hessische Landgraf in den Besitz von Allendorf - Sooden und einige Zeit später auch zur Lehnhoheit über eine Hälfte von Wahlhausen. 1291 gibt Theodoricus von Waldesa sein Lehen an die Eversteiner Grafen zurück, welche danach die Familie aus der Mark von Worbeze < Worbis> damit belehnte. Da Letztere in große Geldschwierigkeiten kamen und die Hansteiner ihre Besitzungen bis an die Werra ausdehnen wollten, erfolgte zwischen 1356 und 1366 der Verkauf. In dieser Urkunde wird unser Dorf als "Wasser Waldesa" bezeichnet. Da diese Veräußerung an die Hansteiner im scharfen Gegensatz zu den hessischen Interessen stand und der Landgraf Wahlhausen als zum Stadtgebiet von Allendorf gehörig betrachtete, begann ein rund 100-jähriger Kampf um die Besitzrechte. In einer Urkunde des Allendorfer Stadtarchivs von 1372 verspricht der Landgraf, daß er Wahlhausen, daß er sich und seiner Stadt Allendorf zu Nutze zur Hälfte an sich gebracht habe, behalten und an niemanden verkaufen oder versetzen wolle. Zwischendurch fand auch eine hessische Besetzung statt. Erst 1461 erkannte der Landgraf die Hansteiner Rechte an .
Aus der nächsten Periode nur einige herausragende Ereignisse;
1346 - ein gewaltiges Erdbeben in Thüringen, danach wütete die Ruhr und Pest, rund ein Viertel der Einwohner starb
1377 - schwere Verwüstungen der hansteinschen Dörfer (auch Wahlhausen) durch die Fehden der von Hanstein mit Hessen
1414 - 1506 - 1555 - 1581 - 1611 - 1625 sind weitere Pestjahre.
Um 1540, in der Reformationszeit, wurde der Ort durch den Wechsel der Herrschaft zum lutherischen Glauben ebenfalls evangelisch. Der dreißigjährige Krieg führte auch in Wahlhausen zu schweren Verlusten und Schaden durch Plünderung und Totschlag bei Adel und einfachem Volk. Nach dem 30-jährigen Krieg war die Bevölkerung des Eichsfeldes auf ein Drittel des Vorkriegsstandes gesunken, doch im Laufe des nächsten Jahrhunderts begann eine relativ stabile Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs, so daß sich die Einwohnerzahl von Wahlhausen auf über 500 erhöhte.
1718 - Bau der Patronatskirche des hier ansässigen Rittergeschlechts von Hanstein 1812 - Insgesamt 13 Wahlhäuser machten als Soldat in der französischen Armee den Rußlandfeldzug mit, nur 4 kamen zurück. 1813 - Aus Wahlhausen ließen sich 14 Mann anwerben um nach Frankreich mitzuziehen, zwei kamen nicht zurück. Um 1800 - Die Bierbrauereien befanden sich in ihrer Hochblüte.Vier Brauereien produzierten wöchentlich etwa 3000 Liter. 1815 - Am Sonntag des 11. Juli gab es ein schlimmes Unwetter, wodurch Flur und Wege im Dorf ein ganz anders Ansehen bekommen haben. 1828 - Die Bierbrauereien gehen nicht mehr so gut. Das Wahlhäuser Bier verliert immer mehr von seinem Ruhm. Es wird jetzt nur alle vier Wochen Bier gebraut. 1830 - Der neue Friedhof im Holbach wird angelegt. Auf diesem unebenen Rasenplatz, welcher vordem ,,Schindeldeich" hieß - standen zuvor Gemeindeobstbäume. 1905 - Die ersten fünf Straßenlampen werden in Auftrag gegeben. 1909 - Der Raiffeisenschuppen wird gebaut, erster Standort sollte das Werraufer gegenüber dem Oberhof sein, doch die Gemeinde ist dagegen. 1911 - wird erstmals die Straßenkurve nach Lindewerra wegen des stärker werdenden Verkehrs verbreitert. 1914 bis 1918 - Im 1. Weltkrieg müssen über 50 Männer des Ortes die Uniform anziehen. Dreizehn kehren nicht zurück. 1920 - Wahlhausen wird an das elektrische Stromnetz angeschlossen. Die Trasse kommt aus Hessen über die Werra an die Trafostation am Rain. Einige Jahre vorher erzeugte der Obermüller Hildebrandt mit einer eigenen Turbine schon Strom und versorgt damit einen Teil der Einwohner. 1922 - Adolf Liebig findet auf der Heier beim Roden einer Eiche einen Schatz mit Silbermünzen aus der Zeit des 30-jährigen Krieges. Letzte Stücke davon hat seine Tochter Erna Henkler bis kurz vor ihrem Tode noch besessen. 1924 - Gustav Stallknecht eröffnet sein ,,Kaffee Werratal" in der Straße nach Lindewerra. 1930 - Gründung des Sportvereins 1933 - Verbreiterung der Straße nach Dietzenrode und Aufbringen eines Teerbelages 1933 - Die nationalsozialistische Diktatur ist der Beginn einer für unseren Ort so verderblichen Entwicklung. Der zweite Weltkrieg kostete jedem sechstem männlichem Einwohner das Leben. Unter Einbezug der nach dem Krieg hier seßhaft gewordenen Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten hatten wir insgesamt 34 Gefallene und Vermisste, eine sehr hohe Zahl. Viele Häuser und Werke verschwanden, weil die Väter und Söhne nicht heimkehrten. 1934 - Gründung des Vereins der Freiwilligen Feuerwehr Wahlhausen 1939 - W. Euler und H. Weiss komponieren ein Heimat Lied "Meine Heimat Wahlhausen" 1945 - errichtete die Besatzungsmacht an der Straße nach Allendorf auf dem Wasefeld einen Schlagbaum, doch die Kontrollen wurden human gehandhabt. Als Stützpunkt diente den Russen zunächst das Café "Werratal", zwangsweise requiriert und dann das Wohnhaus Reccius, bis zu ihrem Abzug. 1948 - Entfernung des Eingangsmitteltraktes und Abriss der Türme am Herrenhaus der Hansteiner 1952 - gründeten 14 Betriebe im Ort, davon 12 Neubauern, die zweite LPG im Kreis Heiligenstadt mit 70 ha Nutzfläche und dem Namen ,,Wilhelm Pieck". Einige Auszüge dazu aus dem Protokoll der SED-Kreisleitung 01.01.1959 - Neugründung des Sportvereins unter der Leitung von Karl Zbierski (1. Vors. bis 1992) um 1960 - Zusammenlegung der Schulen Lindewerra, Asbach und Wahlhausen nach Wahlhausen 1965 - Seit 1949 befand sich eine Einheit der Grenzpolizei (der späteren Grenztruppen der DDR) im Ort. Für sie wurden vor dem Dorf zwischen Straße und Bach zwei Baracken errichtet. 1965 erfolgte ein massiver Neubau hinter dem Friedhof und der Umzug dorthin. Trotz der ,,diffizilen Aufgaben" der Soldaten herrschte überwiegend ein gutes Verhältnis zwischen ihnen und der Dorfbevölkerung. 1976 - wegen Baufälligkeit fand in diesem Jahr der vorerst letzte Gottesdienst in der Kirche statt 1977 - Der neue Saal wurde fertig gestellt 1980 - Errichtung eines Glockenturmes im Pfarrgarten und Glockenweihe am 12.10.1980 Juni 1981 - Hochwasser im Ort und Umgebung nach starken Regenfällen 1985 - Bau einer zentralen Wasserversorgung 1986 - Beginn wichtiger Sannierungsarbeiten an Turm und Fenstern durch die staatliche Denkmalpflege 1987 - Abriss der LPG-Anlagen und des Zinsbodens welche sich direkt an dem Grenzzaun befanden1989 - An den Geschehnissen während der Wende 1989 nahmen unsere Bürger aktiv Anteil. Bei den Montags-Demonstrationen in Heiligenstadt waren einige schon Ende Oktober vertreten und bei der nächsten am 06. November forderte ein Wahlhäuser vor etwa 25.000 Teilnehmern die Abschaffung des Grenzgebietes, unterstützt von einer Unterschriftsliste, welche 263 Bürger aus Lindewerra, Asbach und Wahlhausen abgezeichnet hatten.
"Morgen früh um sechs Uhr wird Wahlhausen aufgemacht "
18.11.1989 - tausende Menschen kamen an den Grenzzaun auf der Wahlhäuser Seite, um diesen langersehnten -manchmal schon unmöglich scheinenden Augenblick mitzuerleben. Als die Wahlhäuser Musikkapelle ,,Höheberg-Musikanten" den Choral ,,Ich bete an die Macht der Liebe" anstimmte, löste sich bei vielen Menschen eine jahrelang angestaute Beklemmung in Tränen der Rührung. Keiner, der an diesem 18. November 1989 dabei war, wird diese Eindrücke bis ans Lebensende vergessen. Ein nicht enden wollender Menschenstrom strebte nach Wahlhausen, erstmals bestand die Möglichkeit einen Blick in die ,, Baustelle" Wahlhäuser Kirche zu werfen. 1990 - erste seit 57 Jahren demokratische Wahl zur Gemeindevertretung
1990 - Gründung des Vereins "Erhaltung und Renovierung der Wahlhäuser Kirche e.V." am 20.06.1990
1990 - Anschluss an das Erdgasnetz 1992 - Anschluss an das Allendorfer Telefon- und Kabel-TV Netz 1992 - Wiedereinweihung der Kirche am 27. September 1992 mit über 400 Besuchern und Gästen
1993 - 750 Jahrfeier
1999 - Die Domain wahlhausen.de wird angemeldet, Wahlhausen erhält eine Homepage
2006 - Die Freiwillige Feuerwehr Wahlhausen erhält ein neues Einsatzfahrzeug Allgemeine Angaben zum TSF-W Baujahr: 2006 Rufname: Florian Wahlhausen 48 Fahrgestell: Iveco Daily 18C65 Kabine: 6 Sitze 4 Türen Motor: 4 Zyl. 3,0 Ltr. 176 PS Cammonrail Getriebe: 6 vorwärts / 1 rückwärts Differentailsperre zuschaltbar Aufbau: Magirus BTG Görlitz 2008 - Der neue Kindergarten und das Gemeindezentrum wurden fertig gestellt 2009 - Frau Silvia Pavlicek-Uhlig tritt die neue Pfarrstelle als ordinierte Gemeindepädagogin an, Sie übernimmt die Stelle von dem seit 1971 im Amt befindlichen Pfarrer Fridrich-August Emmelmann. 2010 - Ein Kinderspielplatz wird am Sportplatz eröffnet 2011 - Überschwemmung der Dorfmitte im September nach einem Unwetter mit Starkregen und heftigen Windböen. Ein Punktspiel des SV Werratal musste abgebrochen werden.
2012 - Frau Ehrlich-Wershofen übernimmt ab September die Pfarrstelle als ordinierte Gemeindepädagogin
2012 - Das umfangreiche Dorfflurbereinigungsverfahren konnte nach 17 Jahren abgeschlossen werden. In diesem Zusammenhang wurde vom Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz in Thüringen, Herr Jürgen Reinholz im Beisein weiterer Ehrengäste einen Gedenkstein mit Tafel auf dem Areal des ehemaligen Zinsbodens zur Erinnerung aufgestellt.
2014 - 80jähriges Feuerwehrjubiläum
2014 25 jähriges Jubiläum der Grenzöffnung zw. Wahlhausen und Bad Sooden-Allendorf
2015 - Fertigstellung des neuen 4,1km langen Radweges zwischen Wahlhausen und Lindewerra 2015 - Überschwemmung der Dorfmitte im August nach einem Unwetter mit Starkregen
2016 - Frau Sabine Münchow übernimmt die frei gewordene Pfarrstelle als ordinierte Gemeindepädagogin 2017 - Im Rahmen des Straßenausbaus beginnt die Firma Spitzenberg mit dem 1. von 3 Bauabschnitten (Sportplatz bis Neubau Walsbrücke) 2018 - 300 jähriges Kirchweihjubiläum 2019 - Im Rahmen des Straßenausbaus beginnt die Firma Küllmer Bau mit dem 2. von 3 Bauabschnitten (Pflegezentrum bis Kreuzung) 2020 - Im Rahmen des Straßenausbaus beginnt die Firma TWE mit dem 3. von 3 Bauabschnitten (Steintor) 2021 / 2022 - Die Corona Pandemie bringt das kulturelle Dorfleben weitgehend zum erliegen 2024 - Am 01. 05.2024 kam es zu einem Großbrand in einem örtlichen holzverarbeitenden Betrieb. Über 200 Einsatzkräfte waren im Einsatz, um das Feuer zu bekämpfen 2025 - Weiterführung Straßenausbau - Am Bach, Pfarrgasse, Heier.
INHALT
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